Sie trägt meinen Namen…

 

Es ist wieder soweit. Jetzt!
Jetzt, just in diesem Moment
zwingen mich meine schmerzende Finger an die Tastatur.

Ihren Job als Sklaven des Seins führen sie einwandfrei aus.
Als werden sie gesteuert, von einer Kraft, die keinen Namen trägt.
Die Muse wird mich besuchen, verkündigen sie zaghaft.

Ich selbst kann sie noch nicht sehen, selbst wenn meine Augen
enorm konzentriert nach ihr Ausschau halten, spüre ich sie zwar, sehe sie aber nicht.

Etwas ganz tief in mir, spürt, wie der Abstand zwischen mir und ihr immer weniger wird.
Es ist als sei meine Muse ein fliegendes Gewand, dessen Windstoß ich bei jeder ihrer Bewegungen spüren kann.
Sie dringt in meinen Körper und in mein Gehirn, bewegt sich frei, als befände sie sich in einem Tanzsaal.
Ich spüre sie so intensiv, so dass ich meinen Atem für kurze Zeit anhalte, damit
sie mehr Platz hat um in mir durchzukommen.

Sie redet nicht mit mir, sie hat nicht einmal einen Mund um überhaupt reden zu können.
Kein Gesicht, keinen Kopf. Sie ist für mich nur ein Gewand.
Dieses Gewand strahlt allerdings eine große Vertrautheit aus, eine Geborgenheit, die gleichzustellen scheint, wie sie zwischen Büchern und Seiten umhüllt. Eine hitzige Verbindung die sich immer tiefer bohrt um die Kälte einfach so mit einem Hauch von Sicherheit zu umzingeln.

Meine Gedanken schalten sich ein und mit ihnen versucht der Verstand im Galopp mitzuhalten,
jedoch sind sie ihm um Kamellängen voraus.
Die Muse verschleiert meine Augen, ohne das ich es sehe und wenn sie das tut,
scheinen meine Augen wie verbunden mit dem Herzen die wahre Schönheit zu sehen.
Wenn ich dann physisch versuche aus dem Fenster zu blicken fühle ich Dinge die ich niemals sehen könnte.

Ich höre die Schönheit singen, die Vergänglichkeit weinen und die Wahrheit schießt durch die Atmosphäre und spießt mich pfeilartig auf.
In jenem Moment bin ich ich. Die Zeit, zwingt die Existenz im Kampfe in die Knie und die Realität kündigt ihren Rückzug an.

Die Wahrheit hingegen schafft Platz und verstreut die Samen des Seins über die Kampfarena und
gießt mit der Gegenwart die Zukunft.

Dieser Zustand gewährt mir nicht lange, denn selbst für die Muse ist dieses Experiment zu anstrengend, dass sie es nur noch sehr selten schafft, um mich zu entführen.

Heute war sie da, eindrücklich verschwand sie, doch rückwirkend bleibt sie….

 

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Einmal kitzeln und zwar bewusst

Wenn man draußen steht, genau jetzt, wo der Frühling seine Vorboten zu uns schickt und sein Gesicht dem Himmel Zuwendet, die Augen schließt, was geht Euch dabei
Durch den Kopf?
Könnt Ihr das beschreiben, dieses Gefühl, das vom Gehirn
Ausgeht? Spürt Ihr etwas? Oder denkt Ihr dabei sogar?
Oder kommen die Gedanken vielleicht zum Stillstand?
Schließt Eure Augen mit mir und versucht mit Eurem Kinn ganz in die Höhe zu gelangen. Euer Kinn möchte über der Nase stehen, möchte sich ganz groß mal sehen und streckt
sich wie eine Kerze in die Höhe.
Entspannt Eure Lider und lasst sie abfallen, auf Eure Augen, die sie sanft auffangen werden. Vertraut ihnen. Sie werden ganz weich fallen.
Wenn Ihr Euch dann auf Eure Augen konzentriert werdet Ihr merken, wie die Augen nach innen gezogen werden, es ist, als ob eine Tür eines Aufzuges automatisch zugeht und man fährt in den unteren Stock.
Haltet nicht an, lasst ihn weiterfahren.
Euer Genick ruht sich hinten auf den Hinterkopfmuskeln aus und wird von ihnen gerne gestützt.
Eure Lider werden immer wärmer und mittlerweile habt ihr das Gefühl, der Aufzug hat sich komplett von seinem Schacht befreit und ist schwerelos.
Eure Wangen werden weicher als schmelzen sie von Eurem Gesicht.
Auch beginnen die Haarwurzeln Euch angenehm in Trance zu kitzeln.
Eure Lippen liegen entspannt aufeinander und der warme Hauch von Luft gelingt ohne viel Anstrengung in Eure Nasen, hinauf zur Zentralheizung.

Wenn Ihr Euch draußen befindet, vielleicht in einem Park, könnt Ihr die Vögel zwitschern hören, die mit besonderem Klang den Frühling hoch verkünden. Wenn Ihr wo seit, wo fast Niemand ist, könnt Ihr sogar
auch den Windstoß hören, den die Vögel vollbringen, wenn sie über Euch vorbeifliegen, mit ihren so schönen voll Kraft ausgeprägten Flügeln.
Auch hört Ihr den Wind der vielleicht über Euer Gesicht streift und die wohltuende Wärme kurz unterbricht um Euch noch weiterhin wach zu halten.

Vielleicht seit Ihr aber auch mitten in der Stadt und hört die Autos, die Busse, die Fahrräder, die Bahn, je nachdem wonach es Euch in jenem Moment auch ist.

Manche Menschen können ihre Gedanken dabei komplett ausschalten.
Andere widerrum können gerade in solch einem Zustand ihre Gedanken besser ordnen.
In jenem Zustand könnte man sich im Park die Autos und die Busse vorstellen zu hören, oder in der Stadt die grüne Landschaft, alles ist vorzustellen und wegzudenken, wenn man sich dies nur bewusst macht und auf jeden einzelnen Schritt achtet.

Dann plötzlich ist der Aufzug wieder in seinem Schacht, das UG wird wieder zu EG und die Tür geht auf.
Die Augen werden wieder hochgezogen, langsam, die Lider gehen wie in einem elektrischen Garagentor
langsam hoch und ein Lichtstrahl der momentan nirgendwo einzuordnen ist, springt einem ins Gesicht.
Man schließt die Augen noch einmal, öffnet sie wieder.
Das Kinn senkt sich wieder zum Halse und die Hinterkopfmuskeln schubsen das Genick wieder ab.
Ganz Gerade steht man wieder da und hat vollen Blick Voraus.
Doch die Wärme hält sich noch in uns.

Das alles wurde bewusst gemacht und kann ständig gemacht werden.
Und nicht nur im Frühling. – Nein, jede Sekunde kann man sich bewusst machen, was es da draußen
und auch in uns drinnen gibt.
Und nicht nur wir, können diese Dinge in uns finden. Auch andere können so tief in uns schauen,
dass sie denken, gefunden zu haben…bewusst und nur bewusst….

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Ihr seid doch alle buchstabig!

Wenn ich A treffe und A mir dann erzählt, was A gestern gemacht hat, was A heute noch tut und morgen noch vor hat,
A vor zehn Jahren tat, A in 10 Jahren vor hat und A überhaupt nur A ist,
dann fühle ich mich so, als ob A mich ausgesaugt hat.
Ich fühle mich dann, wie ein Fussel am Teppich, der einfach so eingezogen wurde,
ohne dass er überhaupt nur ansatzweise eingesaugt hätte wollen sein.
A hingegen saugt genüsslich weiter und merkt überhaupt nicht, wie mein ganzes ich schon zu einem A mutiert. A lässt das völlig kalt. Wenn A alles gegeben hat und nun von mir ablässt, weil ich einfach zu langweilig geworden bin, falle ich erschöpft zurück und verwandle mich nur schwer wieder zurück.

Am nächsten Tag treffe ich mich mit B um A endlich zu vergessen und freue mich auf einen entspannten Nachmittag im Cafe. Bis B sich kurz zuvor meldet und mich fragt, ob ich nicht zu B kommen könnte, da es B nicht so gut geht und mich aber dennoch sehen möchte.
Ich bin ja auch kein Unmensch und möchte für B
da sein, also gehe ich zu B nach Hause. B hingegen öffnet schon die Tür mit Tränen in den Augen und berichtet von B Problem. Schon sehr schnell wird mir bewusst, dass A wohl mit B verwandt sein muss oder dass A seinen Sauger an B verliehen hat.
Wieder falle ich erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen gehe in einkaufen und treffe C beim Bäcker. C erzählt mir vom neuen Wagen, der vor der Tür
steht und zieht mich mit samt den Einkäufen raus zum Auto. Schau Dir das Auto an. Ledersitze, Sportlenkrad, Sitzheizung, Lichtsensor und die Scheibenwischer gehen auch von alleine an, kommt auch nur ein Tröpflein auf die Scheibe.
C erklärt mir binnen ein paar Minuten, die technischen Daten dieses Autos. Dann schaut C auf die Uhr und klopft mir noch schnell auf die Schulter und wünscht mir einen schönen Tag und eilt auch schon davon. Ich habe schon gar kein Bock, wieder zum Bäcker zu gehen…
Donnerstags habe ich mich entschlossen shoppen zu gehen. Wen treffe ich bei H&M?
D. D ging mit mir damals in die gleiche Klasse.
Wie geht es Dir, fragt
D? Ich traute meinen Ohren nicht….Danke, mir geht es gut und Dir? D ach, gar nicht gut, geht es mir. Weißt Du, wir bauen gerade ein Haus und da ist es so stressig. Dann ist noch die Kleine krank geworden und meine Frau springt vom einen Termin zum anderen. Im Geschäft ist auch alles viel zu viel und ja überhaupt. Und bei Dir ? Na ja, um ehrlich zu sein, geht es mir nicht so gut. D ach komm das wird alles wieder. Darfst die Dinge eben nicht so eng sehen. Ich muss los, wünsche Dir noch einen schönen Tag…
Wie konnte ich auch nur ansatzweise denken, dass
D anders saugen würde, wie A, B oder C?

Daheim angekommen klingelt auch schon das Telefon und E ist am Apparat. Hast mitbekommen, von F und G?
Nee, habe ich nicht, aber ich habe
A, B, C und D getroffen und das hat mir ehrlich gesagt schon gereicht, so dass ich eigentlich nichts mehr wissen möchte. E meinte dann, Mensch, welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen, das ist ja nicht auszuhalten. Nun gut, ich melde mich wieder, wenn man etwas mit Dir anfangen kann.
Aufgelegt.

Im Internet lese ich über H, der versucht an I zu kommen, und I versucht von H zu gehen, J der unzufrieden ist, weil sein vergoldetes Waschbecken nicht so gerade hängt, wie es hängen sollte, K sich über den Audifahrer vor ihm heute früh geärgert hat und jetzt immer noch kocht vor Wut, L das Wetter beschimpft, weil es im April eben auch mal regnen kann und M hat nichts Besseres zu tun, wie sich über andere Leute auszulassen, die eben mehr grün denken wie rot.

So langsam schalte ich meinen PC ab, stecke mein Telefon aus und schließe die Rollläden nach unten, bis es an der Haustür klingelt und N vor der Türe steht und sich verabschieden möchte, als lang angrenzender Nachbar. Schnell versuche ich N alles Gute zu wünschen und schließe die Türe und somit den Tag.
Am nächsten Tag komme ich ins Geschäft und möchte meinen Kaffee genießen, kommt auch schon
O und erzählt mir, wie müde O doch ist, da die Katze vergangene Nacht raus wollte…
Kaum ist
O weg kommt P und fragt mich aus, wie es doch Q geht oder R oder ob es Niemand gibt? Gebe ich dann eine ehrliche Antwort, fühlt sich P verpflichtet die Erwachsenenrolle zu übernehmen, was ich überhaupt nicht leiden kann.
Langsam merke ich, wie
A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, Q, R mir auf die Nerven gegangen sind und werde zu P richtig laut, das ich jetzt meine Ruhe haben möchte. P schaut mich mit einem beleidigten Gesicht an und verschwindet.

Als ich dann abends wieder völlig resigniert von der Menschheit vor meinem PC sitze und noch ein paar Menschen versuche zu filtern, schreibe ich von mir aus S an, wie schlecht es mir doch geht und ich einfach nicht mehr kann, bzw. nicht mehr will und die Lust am Helfen, die Lust am Dasein, verloren habe. Ich warte eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden, inzwischen bekomme ich eine Mail von T, wie es mir so geht und ob ich nicht Lust hätte auf Kino, doch ich ehrlich gesagt nicht mehr kann und die Lust verloren habe…..vier Stunden, die Nacht ist vorbei und von S kam nichts. Also werde ich mich ins Bett liegen und warten, bis der beschissene Tag einfach vorbei ist.

Am nächsten Tag nachmittags kam dann von S eine Nachricht, dass es momentan schwierig ist zu schreiben, da unter Zeitdruck etc. Also schlage ich mich alleine weiter und resigniere auch noch mit S. Irgendwann muss auch ich erkennen, dass ich nicht mehr kann und mache einen Termin bei T. Ein paar Mal bei T gewesen, muss ich feststellen, das T nur Geld verdienen möchte und fürs Zuhören bezahlt wird. Schnell merke ich, wie ich damit nicht klar komme und verlasse T mit den besten Wünschen.

Ich habe die Hoffnung aufgegeben, muss dennoch irgendwo hin mit meinen Gedanken und eröffne einen Blog. Ich schreibe meine Gedanken und die Menschen, die sie lesen, entscheiden für sich selbst, ob sie sich melden oder nicht.
U und V melden sich, doch merke ich schnell, dass ich dazu diene eine „andere“ Welt ihnen zu schenken. Eine Art Bewusstseinserweiterung, ein Andersdenken, wozu sie nicht in der Lage waren. W meldet sich auf meine Gedanken und hat sehr großes Interesse an mir, was mich anfangs doch zweifeln lässt, da ich schon längst nicht mehr glaube, das noch so etwas wie Nächstenliebe und Interesse existiert. Eine ganze Weile mit W ausgetauscht, jedoch sehr zaghaft und immer noch zweifelnd, sickert auch da eine Brise Egoismus auf, die ich sehr schnell bemerkte und selbstschützend auch von W Abstand nahm. X ist kein Mensch, jedoch ein Wesen, das mir ohne Zuhören sehr viel geben kann. Dinge, die der Mensch niemals kapieren wird, doch X ist leider nur selten anwesend und am meisten bin ich umgeben von Menschen.
Y und Z haben mich geboren und sind Menschen, von denen man sich auch irgendwann einmal abnabelt.

Die Erkenntnis aus meinem Text lässt keine Hoffnung offen, ganz im Gegenteil, es ist erschütternd und dennoch, MUSS ich mit A – Z, auf diesem Planeten leben.
Gefangen, Allein und verbannt, würde ich sagen.

Geschrieben von einem Menschen, der sich nicht zu ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ zählt!

So lange zu zappelst, beiße ich zu, bist Du regungslos, lasse ich von Dir ab..

Wir haben Milliarden von Menschen um uns. Täglich begegnen wir ihnen. Auf der Straße,
beim Einkaufen, im Geschäft, im Fernsehen, am Telefon…
Du siehst sie, hörst sie und manchmal da fühlst Du sie auch.
Sie sind so echt, so lebendig, eben das was Dein Gehirn, Dein Verstand für „echt“ empfinden kann.
Immer sind wir umgeben von ihnen.
Nur selten sind wir für uns allein und wenn wir es dann sind, dann sehnen wir uns nach ihnen, nach einer Weile. Wir können nicht ohne die Anderen, aber anscheinend auch nicht mit ihnen.
Menschen kommen und gehen in einem Leben. Durch Tod, durch Trennung. Und bei jedem neuen Menschen, dem wir begegnen und in irgendeiner Form symphytisch finden, denken wir schon von Vornherein, so richtig automatisch, unbewusst, dass er für immer bleibt.
Manche lassen wir nur ein Stück an uns ran, Manche vielleicht auf weitem Abstand und andere lassen wir sogar in uns. Die, die wir in uns lassen sind sehr gefährlich.
Sie können einen verletzen, bewusst oder auch nicht, sie können Dich an den Rande des Wahnsinns bringen, Dich enttäuschen, Dir Dein Vertrauen Stück für Stück entführen.
Dir Dein Herz von Jetzt auf Jetzt einfach so in Zwei teilen…
Sie können Dir aber auch viel schenken. Geborgenheit, Liebe, ein Zuhause, Hilfsbereitschaft, Spaß, ein Lachen…
Ein Risiko, so empfinde ich. Der Mensch geht – dadurch – dass er die Hoffnung eng an sich hält, prinzipiell vom Guten aus. Die Neugier die ihn wie ein Heiligenschein umgibt ist zu groß um die Wahrheit an sich ran zu lassen.
Er nimmt die Risiken in Kauf, er möchte Spaß, er möchte die Liebe besitzen, er möchte Geborgenheit…
Doch ein anderer kann einem nie so gerecht werden, wie wir es uns wünschen. Unsere Erwartungen, die sich von Sekunde zu Sekunde häufen und meßlattenartig hinauf schießen, können niemals Grundvoraussetzung des Gegenübers sein.
Mit den Jahren erwartet man mehr, es ist selbstverständlich, dass der Andere Gedankenlesen kann um zu erfahren, wie es einem tatsächlich geht.
Doch Rücksicht, Achtsamkeit und Interesse sind nicht mehr auffindbar.
Sie hatten nur ihre Gastrolle und wurden dann mit den Jahren abgelegt unter Gewohnheit und Routine.
Der Mensch kann nicht erkennen, dass er für sich selbst erschaffen wurde.
Nur für sich selbst. Die Milliarden Menschen, die ihn umgeben, sind dafür da um zu lernen, um sich selbst zu erkennen, um zu wachsen und wenn er kurz hinfällt ist vielleicht Jemand da, wo ihn stützt, doch weitergehen muss er allein.
IMMER!
Und diese Erkenntnis will der Mensch nicht begreifen.
Immer wird er die anderen Menschen brauchen um sich nicht „allein“ fühlen zu müssen. Die Erwartung ist dann schon automatisch zum Scheitern verurteilt.
Immer wird er den Anderen brauchen, weil er denkt, das Leben alleine nicht zu meistern.
Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich, wirklich Jeder MUSS die Erwartung an sich selbst richten und nicht an sein Gegenüber.
Wenn man sich selbst erkennt, sich selbst analysiert, sich selbst liebt, nur dann kann man dem Gegenüber frei entgegen treten. Ohne Erwartung, ohne Willen des Besitzes.
Wer die Abhängigkeit getroffen hat, wird nie frei sein können und mit sich sein können und die anderen achten. Sie sind gefangen in ihrem eigenen Denken, dass sein Gegenüber ihm das geben könnte, wonach sie sich sehnen.
Ein Druck wird somit auf den anderen gelegt, dem er niemals gerecht werden kann.
Achtsamkeit, Respekt und Interesse müssen von uns aus gehen, etwas fast Unerreichbares,
jedoch Mögliches.
Doch es wird nicht funktionieren, leider, obwohl wir fast 7 Milliarden Menschen sind, schaffen wir es nicht, Respekt und Interesse in Maßen und ganz wichtig auf DAUER, zu verteilen.
Warum? Weil wir Menschen sind….
…und das macht mich so unendlich traurig und einsam, das ich mir wünschte, keiner zu sein!!
BLOG2

Mit den Augen sehen….das wünschte ich

Manchmal schaue ich aus dem Fenster und wünschte meine Augen könnten sich
von meiner Augenhöhle lösen.
Liebe Augen, wünscht Ihr Euch das nicht manchmal auch? Was wolltet Ihr sehen,
wenn es möglich wäre, Euch frei zu lassen?
Lieber Kopf, auch wir haben schon oft daran gedacht, wie es wohl wäre wenn wir
uns einfach mal von Dir lösen könnten.
Weißt Du, schon viel zu lange sind wir gefangen und sehen Dinge, die wir eigentlich nicht
sehen wollen. Selbst wenn wir versuchen oft nicht hinzuschauen, machst Du uns einen Strich
durch die Rechnung und wir sehen alles mit „Deinen“ Augen.
Wenn wir Dich nicht hätten würden wir die Dinge so betrachten, wie sie sind. Wir würden nicht werten, nicht urteilen und schon gar nicht würden wir vergleichen.
Wir würden das Gras wachsen hören, wir könnten ohne Dich zum Grase selbst werden.
Selbst die Blumen könnten wir mit unseren Augen riechen und sie so sehen wie sie tatsächlich sind. Wir würden mit den Vögeln unsere Runden drehen und mit den Wolken uns auflösen.
Das Wasser würden wir in uns aufnehmen, so wie es uns aufnimmt und die Sonne streicheln wir zurück und geben ihr genauso viel Wärme und Energie, wie sie es uns immer gibt.
Die Luft würden wir nicht einatmen, sondern wir würden uns in ihr auflösen um sie endlich mal zu spüren.
Lieber Kopf, wir würden so viele Dinge tun, wenn Du uns nicht festhalten würdest.
Liebe Augen, ich frage mich, wenn Ihr von mir lasst und Euch die Freiheit gewährt, die Euch so viel bedeutet, glaubt Ihr, Ihr könntet all das tatsächlich ohne mich sehen? Warum müsst Ihr der Sonne etwas zurückgeben? Sie gibt es Euch, einfach so, Ihr hingeben zeigt mit Eurem „Zurückgeben“ ja schon etwas von „in der Schuld stehen.“ Und so was, hat schon einen Hauch von Wertung. Ihr könnt niemals ohne mich sein, denn wenn Ihr ohne mich wärt, dann wüsstet Ihr überhaupt nicht, dass es so etwas, wie Schönheit gibt.
Nur durch mich, könnt Ihr die Dinge so sehen wie sie eigentlich sind. Etwas anderes könnt Ihr nicht sehen. Ich muss Euch enttäuschen. Es geht nicht. Es ist nicht möglich.
Wie stellt Ihr Euch das nur vor? Einfach Euch zu lösen…….*kopfschüttel*
Lieber Kopf, dann musst Du uns die Möglichkeit schaffen, diese Dinge so zu sehen. Wenn wir es nicht können, dann kannst es nur noch Du. Wir könnten zusammen arbeiten, wir liefern Dir, das was Du tatsächlich sehen möchtest. Aber Du müsstest jede Sekunde sehr bewusst und achtsam sein, um überhaupt diese ganzen Dinge in Dir aufzunehmen.
Wir glauben nicht, dass Du es schaffen kannst, dafür bist Du viel zu bedacht und gefangen.
Ihr könntet recht haben, liebe Augen, mit dem Gefangensein….ja, das könntet Ihr.
Aber vielleicht kann man sich auch mit einer Gefangenschaft anfreunden um letztendlich die Freiheit zu finden.

Lieber Kopf, liebe Augen, Ihr Beide sind gefangen, in mir und selbst ich kann Euch nicht helfen, denn ich bin nur ein Mensch, der dazu da ist, da zu sein.

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